Potentiale der IKT-Wirtschaft

Die IKT-Wirtschaft ist in aller Munde. Bundesweit, aber vor allem in Berlin machen zahlreiche erfolgreiche Unternehmen und Start-Ups aus der IKT-Branche auf sich aufmerksam. Zeit, sich einmal mit den genauen Kennzahlen vertraut zu machen.

Die der Digitalwirtschaft in Berlin entgegengebrachte öffentliche Aufmerksamkeit ist groß. Wie aber genau die Branchenzahlen und Zukunftsperspektiven sich darstellen, war bisher nicht belegt.

Die IHK-Berlin hat in einer großen Studie über die Potentiale der IKT-Wirtschaft (Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologien) die vorliegenden Zahlen aufbereitet, ergänzt und durch Befragungen von 200 Berliner IKT-Unternehmen untermauert.

In Berlin sind demnach 4300 Unternehmen als Hersteller von Datenverarbeitungs- und Telekommunikationstechnik und als Anbieter von Dienstleistungen im Bereich der Telekommunikation und Informationstechnologien tätig. Erwirtschaftet werden hier jährlich rund 4,3 Mrd. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter ist zwischen 2008 und 2011 um circa 20% gestiegen und mittlerweile sind in diesen Branchen rund 45.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen entstanden.

Zum Vergleich: Deutschlandweit finden 850.000 Personen Beschäftigung in der IKT Branche, was die Branche zum zweitgrößten Arbeitgeber nach dem Maschinen- und Anlagenbau macht. Der Umsatz beträgt beeindruckende 137 Mrd. Euro, Deutschland ist weltweit der viertgrößte IKT Markt und der größte in Europa. Hinsichtlich der Anzahl der angemeldeten Patente (519) ist Deutschland sogar der drittwichtigste IKT Markt weltweit.

Entsprechend spielt Berlin die Hauptrolle für die deutsche IKT Branche. Auch im Bereich Venture Capital hat Berlin die Nase weit vorn: Mehr als die Hälfte aller Wagniskapital-Investitionen in IT-Startups floss nach Berlin. Von insgesamt ca. 241 Millionen Euro flossen 133 Millionen in Startups aus Berlin. Deutschlandweit sind die Investitionen allerdings auf einem im internationalen Vergleich niedrigem Niveau. Der nun eingeführte „Investitionszuschuss Wagniskapital“ der BAFA soll hier entgegensteuern und Investitionen in High-Tech Startups aus Deutschland attraktiver machen.

Laut der IHK-Studie hat die IKT-Branche bundesweit die höchste Gründungsdynamik. Mit den positiven Wachstumszahlen zählt die IKT-Branche zu den dynamischsten Branchen der Wirtschaft. Die Bezeichnung „Digitale Wirtschaft“ umfasst neben der IKT-Branche auch die Unternehmen, deren Geschäfte internetbasiert sind, wie Online-Händler, App- und Spieleentwickler etc. Für dieses „Cluster“ hat die IHK-Berlin Handlungsempfehlungen entwickelt, die die jungen und etablierten Unternehmen dieser Branchen weitreichender in politische Prozesse und Förderprozesse mit einbinden sollen.

International allerdings, darauf verweist das Handelsblatt (basierend auf einer Studie der Strategieberatung Booz, des World Economic Forum und der Business School Instead), ist „Deutschland digital nur Mittelmaß“. Deutschland liegt auf Rang 13 der 144 untersuchten Länder, hinter den skandinavischen Ländern, Singapur und anderen. Inhalt dieser Studie waren beispielsweise die Schnelligkeit der Datennetze und die Verfügbarkeit und Nutzung digitaler Dienstleistungen, wie Cloud Computing. Deutsche Firmen nutzen die Errungenschaften der Digitalen Wirtschaft nicht ausreichend und hinken in ihrer technischen Entwicklung hinterher.

Dem entgegen steuern sollen verschiedene Maßnahmen, wie etwa die Breitbandstrategie der Bundesregierung, deren Ziel es ist, bis 2014 mindestens 75% der Haushalte mit Breitbandanschlüssen über 50 MBit/s zu versorgen.

Das große Potential der Berliner IKT Branche würdigte jüngst auch Wirtschaftsminister Rösler, der auf dem Kongress „Junge IKT-Wirtschaft: Gründen – Investieren-Wachsen“ vor rund 400 Preisträgern die „IKT-Gründung des Jahres“ prämierte (die Preisträger finden Sie unter: http://kongress-junge-ikt.de/). Im Rahmen des Kongresses betonte er: „Junge IKT-Unternehmen schaffen durch Innovationen attraktive Arbeitsplätze und nachhaltiges Wachstum. Sie tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Dynamik und internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes bei.“

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